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Die maßgeschneiderte Werkbank

Sie ist das Zentrum oder das Herz nicht nur jeder Hobby-Werkstatt, sondern ebenso in vielen Handwerks-Firmen, die Werkbank. Hier konzentriert sich in der Regel alles um das jeweilige Projekt des Handwerkers wie des Heimwerkers. Dementsprechend sollte eine gute Werkbank so eingerichtet sein, dass nicht nur alle Arbeiten daran möglichst komfortabel und sicher durchgeführt werden können, sondern dass auch alle notwendigen Werkzeuge und Geräte greifbar und natürlich auch nutzbar sind.

Die eigene Werkbank – absolut individuell

Jeder Mensch besitzt seinen eigenen, persönlichen Arbeitsstil und genauso individuell lässt sich auch eine Werkbank bauen, genau auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten. Das ist aber gar nicht so einfach, wie sich das anhört, denn in der Regel dient eine Werkbank der Fertigung von Einzelstücken oder der Reparatur. Das bedeutet, dass sich die Anforderungen von Projekt zu Projekt erheblich unterscheiden können. Gerade beim Arbeiten mit Holz sind die Unterschiede teilweise extrem. Einmal kann es beispielsweise die filigrane Arbeit an einem Schachbrett sein, ein anderes Mal geht es um einen mannshohen Schrank.

Bevor es also an die planerischen Details zum Bau der Werkbank geht, wie etwa die Auswahl der Materialien, sollte gut überlegt werden, wo sich die Werkbank innerhalb des Hobbyraumes oder der Werkstatt befinden soll. Theoretisch kann diese Überlegung mit einer mobilen Werkbank umgangen werden, allerdings zeigt die Erfahrung, dass dies nur bedingt richtig ist. Gerade die Arbeitsplätze von Heimwerkern stehen praktisch unter beständigem Um- und Anbau. Da kommt eine neue Maschine, dort ein neues Regal oder ein neuer Schrank hinzu und schon sind die Möglichkeiten für die mobile Werkbank erheblich eingeschränkt. Das soll nun nicht heißen, das eine mobile Werkbank völlig auszuschließen ist, denn je nach Raumaufteilung kann es schon hilfreich sein, die Werkbank je nach Bedarf etwas zu verrücken. Da sind Rollen unter den Beinen der Werkbank schon eine praktische Sache. Das bedeutet aber auch, eine gewisse Einschränkung hinsichtlich der Stabilität in Kauf zu nehmen.

Wo gehört die Werkbank hin?

Wer eine Garage als Werkstatt nutzen kann, besitzt natürlich den Vorteil, dass sich die Öffnung auf die gesamte Breitseite des Raumes zieht. Das erlaubt den bequemen Transport auch größerer Werkstücke. Wenn jedoch die Garage gleichzeitig ihrem eigentlichen Zweck dient, der Unterstellung eines Fahrzeuges, wird der Platz für die Werkbank wohl nur noch an der gegenüberliegenden Breitseite möglich sein. Das wiederum beinhaltet Einschränkungen hinsichtlich der möglichen Länge der zu bearbeitenden Materialien. Da ist dann wieder die mobile Werkbank die schlauere Lösung, zumal der für das Fahrzeug reservierte Platz bei Bedarf zur Verfügung steht und sogar die Auffahrt vor der Garage, natürlich nur bei schönem Wetter. Dafür kann der Wagen schon einmal auf der Straße geparkt werden.

Befindet sich der Hobbyraum im Keller, kann ruhig einmal getestet werden, wie sich lange und sperrige Werkstücke am einfachsten zur Werkbank transportieren lassen und wie sich die Handhabung bei der Bearbeitung darstellt. Wenn etwa ein mehrere Meter langes Teil mehrmals gedreht und gewendet werden muss, kann es von Bedeutung sein, ob die Werkbank an der Längs- oder der Breitseite des Raumes positioniert ist und ob sie dort mittig oder in einer Ecke steht. So viel Platz, die Werkbank frei im Raum aufzustellen, werden wohl die wenigsten Heimwerker haben. Dazu kommt die Überlegung, wo sich im Verhältnis zur Werkbank die Eingangstür zum Raum befindet. Im Idealfall steht die Werkbank in Längsrichtung in einer Flucht mit der Tür, dann lassen sich unter Umständen auch überlange Teile einspannen und bearbeiten. Wer nun denkt, dass solche Überlegungen vielleicht etwas übertrieben sind, sollte nicht vergessen, dass dadurch viel Zeit gespart werden kann und sich die Möglichkeiten zur Nutzung der eigenen Werkstatt erweitern. Im professionellen Bereich ist die Werkstattplanung ein selbstverständlicher Prozess, für den es je nach Branche Spezialisten gibt.

Wie groß darf sie sein, die eigene Werkbank?

Die Arbeitsweise jedes Heimwerkers ist unterschiedlich. Der eine räumt seine Werkbank immer auf, der andere kann eine noch so große Werkbank besitzen, sie wird immer voll von Werkzeugen und Material sein.
Natürlich wird sich die Größe der Werkbank nach dem zur Verfügung stehenden Raum richten, wobei daran gedacht werden sollte, das in der Zukunft weitere Einrichtungsgegenstände dazu kommen, die ebenfalls Platz benötigen, etwa Maschinen oder Werkzeugschränke. Eine Möglichkeit zur Planung der Werkbankgröße besteht beispielsweise darin, die im Raum ausgewählte Seite voll der Werkzeugeinrichtung zu widmen, sodass sich alle wichtigen Werkzeuge in unmittelbarer Nähe der Werkbank befinden. Das bedeutet die Einteilung der Raumseite in die Werkbank, vielleicht ein Werkzeugschrank und eventuell eine Standbohrmaschine und eine Schleifmaschine. Auf diese Weise lassen sich häufig anzuwendende Arbeitsschritte auf kurzen Wegen erledigen. Eine Drehbank oder Drechselbank wiederum kann an anderer Stelle im Raum stehen, da diese wesentlich aufwendigere Arbeitsschritte erfordert. Bohren und Schleifen hingegen sind Arbeitsgänge in der Holzbearbeitung, die sehr oft vorkommen und meist einen Zwischenschritt in der Bearbeitung darstellen.

Die Breite der Werkbank sollte sich in etwa auf Armeslänge beschränken, also rund 60 bis 80 cm. Es ist nicht nur für das Erreichen von Material und Werkzeug auf der Werkbank wenig sinnvoll, wenn sich danach gestreckt werden muss, was auch das Unfallrisiko steigert. Zusätzlich lässt sich der Raum über der Werkbank schlecht nutzen. Eine Lochwand mit Werkzeugen, die einen Meter entfernt sind, behindert das Arbeiten genauso wie ein Werkzeugschrank, der aufgrund einer überbreiten Werkbank nur schwer erreichbar ist. Wenn es um überbreite Werkstücke geht, ist es wesentlich praktischer, zusätzlich in der Werkstatt höhenverstellbare Unterstellböcke bereitzuhalten, mit deren Hilfe kann die Werkbank nach Bedarf verbreitert und auch verlängert werden.

Die Werkbank – nicht am falschen Ende sparen

In so mancher ländlichen Schreinerei oder Tischlerei finden sich noch Werkbänke, die viele Jahrzehnte, manche sogar über ein Jahrhundert dem oder den Handwerkern verlässlich diente. Das sie so lange funktionieren, hängt einerseits mit einer sorgfältigen Bauweise, andrerseits mit dem richtigen Material in der richtigen Stärke zusammen. Das beginnt bei der Werkplatte oder der Tischplatte und setzt sich im Unterbau fort. Es lohnt sich durchaus, bezüglich der Materialstärke ruhig etwas überdimensioniert zu planen.
So empfiehlt sich für die Arbeitsplatte keilgezinktes Leimholz, das in der Regel weder Astlöcher aufweist, noch sich verzieht oder Risse bildet. Bei Vollholz besteht diese Gefahr durchaus, etwa dann, wenn es nicht ausreichend lange genug getrocknet wurde.

Vollholz ist jedoch die erste Wahl beim Unterbau, vor allem den Standbeinen, die die jeweilige Auflast zu tragen haben und gleichzeitig die Verbindungsstellen für Querhölzer darstellen, die wiederum die Basis für Ablagen und Schubladen bilden.

Lohnt es sich – die Werkbank selbst zu bauen?

Ja, es lohnt sich, denn eine gute Werkbank aus der Fachwerkstatt hat ihren Preis und dieser Preis bezieht sich hauptsächlich auf die investierten Arbeitsstunden, weniger auf die Materialkosten. Wenn die Arbeit mit Holz so oder so das bevorzugte Hobby ist, dann ist das Bauen einer eigenen Werkbank doch genau richtig. Zum einen wird Geld gespart, da nur in das Material investiert wird, zum anderen wird etwas mit hoher Wertigkeit und großem Nutzen erschaffen.

Mit den hier auf unseren Seiten vorgestellten Bauplänen sind die verschiedensten, auf jede nur mögliche Anforderung abgestimmte Werkbänke nachzubauen, wobei es jedem Heimwerker überlassen bleibt, die Pläne den eigenen Wünschen anzupassen. Die Freude an der eigenen Werkbank ist dementsprechend doppelt so hoch, denn wer kann von sich schon behaupten, ein Einzelstück, ein Unikat in der Werkstatt zu haben, das sich durch Funktionalität und durch Stabilität von der üblichen Massenware unterscheidet?

Steht dann die Werkbank einmal und ist einsatzbereit, kann es schon an das nächste Projekt gehen, vielleicht ein Werkzeugschrank, eine Holzschaukel für den Garten oder den Wohnzimmertisch aus Edelholz. Jede Idee nimmt dann auf der eigenen Werkbank ihren Anfang, freuen Sie sich darauf.